Das Piercen wird bereits seit Jahrhunderten von zahlreichen Kulturen praktiziert. Ohrlöcher waren bis Anfang der 1970er Jahre im westlichen Kulturkreis nur bei Frauen akzeptiert und wurden meistens selber oder vom Juwelier gestochen.
Die Verbreitung dieser Mode begann in den 80er Jahren in Kalifornien, als die Bewegung der Modern Primitives entstand. Erst Mitte der 80er fand dieser Körperschmuck bei uns regen Zuspruch. Anfang der 90er Jahre wurde das Bauchnabel-Piercing durch die Gruppe Aerosmith berühmt und die meisten jungen Kundinnen ließen sich ihren Nabel piercen. Das Piercing wurde gesellschaftsfähig.
Heute kann man, außer seiner Eltern, kaum noch jemanden mit einem Piercing schocken. Daher werden immer neue Arten der Modifizierungen sichtbar, wie z.B. die Narbenbildung (Scarification) durch Brandings, Cuttings oder ähnlichem. Hierbei werden bewusst die bei Naturvölkern verbreitete Bräuche aufgenommen und praktiziert.
Der Dermal Anchor (Mikrodermal) hat sich hierbei am größten etabliert, wird er vielleicht irgendwann das Piercing ablösen?
Kleine Schmuckstücke welche in die Haut gesetzt werden. Dabei sorgt eine Platte aus Titan unter der Haut dafür, dass der Schmuck einwächst. Auf diese Platte können dann verschiedene Aufsätze geschraubt werden. Der Unterschied zu den ähnlich aufgebauten transdermalen Implantate ist die Größe (Microdermals sind etwa 2mm groß) und das einfachere Einsetzen. Die Risiken sind die selben wie bei Piercings. Allerdings könnte eine Infektion größere Folgen haben, es muss daher sehr sauber gearbeitet werden. Wenn sie ungünstig platziert sind, können Microdermals rauswachsen.



